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Orte der Begegnung - Orte des Widerstands

Tagung zur Geschichte homosexueller, trans*geschlechtlicher und queerer Räume

Fr, 01.12.2017  — So, 03.12.2017
Das Tagungsprogramm

Emanzipationsbestrebungen von Lesben, Schwulen und Trans*menschen können auch als Prozesse beschrieben werden, sich "eigene Räume" zu schaffen. Räume, die der Konstituierung und internen Selbstdefinition der Gruppe wie auch als Symbol ihrer Außendarstellung dienen. Sie haben sich "andere Räume" geschaffen oder sich öffentliche Räume angeeignet. Räume der (sexuellen?) Begegnung – Räume des Widerstands: in den verschiedenen Phasen der Bewegungen haben diese Räume eine entscheidende Rolle gespielt: das Institut für Sexualwissenschaft von Magnus Hirschfeld; die Bar- und Clubkultur als Ort der Selbsterprobung und -behauptung für Trans*menschen; Klappen als öffentliche Toiletten, die sich Männer als sexuellen Raum angeeignet haben; FLT*-Räume als sichere Räume für FrauenLesben und Trans*menschen; örtliche Zentren der Selbstorganisation, des politischen Widerstands und der Selbsthilfe; Demonstrationen, insbesondere zum CSD, als Aneignung des öffentlichen Raumes; Saunen, Cruising-Bars und Sexpartys als Räume, in den Männer Sex mit Männern haben – aber nicht nur, denn an manchen Orten ist der Fetisch wichtiger als Geschlecht und Richtung des Begehrens; queere Bars und Bühnen, die jede identitäre Schublade ablehnen.

Referent_innen und Themen:

Prof_in. Dr_in. Yvonne P. Doderer (Hochschule Düsseldorf)
Von "Liberate Christopher Street!" zu "Queer Cities"!? Zur historischen und aktuellen Bedeutung der Raumfrage für homosexuelle, transgeschlechtliche und queere Bewegungen

Karl-Heinz Steinle (Berlin)
Räume für Träume. Auf der Suche nach Treffpunkten und anderen Freiräumen für LSBTTIQ in der frühen Bundesrepublik

Babette Reicherdt (DFG-Graduiertenkolleg "Dynamiken von Raum und Geschlecht" der Universitäten in Kassel und Göttingen)
Doing space while doing community: Überlegungen zu lesbischer Raumproduktion aus der Perspektive der Geschichte frühneuzeitlicher homosozialer Gemeinschaften

Dr. Michael Bochow (Berlin):
Klappen: kommerzfreie Szenenparadiese oder Zuflucht des verklemmten gewöhnlichen Homosexuellen? Laud Humphreys revisited

Marion Thuswald (Akademie der bildenden Künste Wien)
Safe space - brave space? Konzeptionen queer feministischer Schutzräume

Dr. Peter Rehberg (Berlin Institut for Cultural Inquiry):
Virtuelle Intimität: Sexuelle Begegnungen in Chaträumen und auf Dating-Apps

Dr. Nina Schuster (Technische Universität Dortmund)
Prekäre und flüchtige Raumproduktionen: Raumaneignungspraktiken der Drag King- und Trans*szene

Marty Huber (Queer Base - Welcome and Support für LGBTIQ Refugees, Wien)
Radikale Konfliktzone: Sexuelle Minderheiten auf der Flucht

Dr.-Ing. habil. Wolfgang Voigt (Architekturhistoriker, bis 2015 stellvertretender Direktor am Deutschen Architekturmuseum, Frankfurt)
Queere Architekten. Eine Lücke in der Architekturgeschichte

Dr.-Ing. Uwe Bresan (Redaktion AIT Architektur Innenarchitektur Technik, Ostfildern)
Queere Architekten, Queer Spaces

Prof. Dr. Mary Pepchinski (Hochschule für Technik und Wirtschaft, Dresden)
Frau Architekt ohne Mann: Einige Lebensläufe im 20. Jahrhundert

Podiumsdiskussion mit 4 Zeitzeug*innen verschiedener Räume und Generationen

 

Tagungsorganisation und Leitung: Dr. Carolin Küppers, Dr. Rainer Marbach, Martin Schneider, Dr. Volker Weiß
In Kooperation mit der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld und dem Verein Niedersächsischer Bildungsinitiativen (VNB)
 VA-Nummer

7439

 Kosten

60,- EUR

 Dauer

Fr, 18:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

n.n.
Pädagogische Leitung: Dr. Rainer Marbach, Dr. Volker Weiss, Martin Schneider, Dr. Carolin Küppers

Teilnahme anmelden

Bundeszentrale für politische Bildung