englisch  |   Kontakt  |   Impressum  |   Login

Stellenausschreibung Bildungsreferent*in

Die Akademie Waldschlösschen sucht zum 1.1.2020

im Rahmen des Kompetenznetzwerkes zum Abbau von Homosexuellen- und Trans*feindlichkeit des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)

eine*n Bildungsreferent*in

 

Aufgabenbereiche:

- Eigenständige Konzipierung und Durchführung von Qualifizierungsmaßnahmen sowie von Vor-Ort-Schulungen und Impulsveranstaltungen im Themenfeld

- Erarbeitung von Themen und Zielgruppenkonzeption unter Berücksichtigung gesellschaftspolitischer Entwicklungen

- Werbung von und Kontaktpflege zu Zielgruppen

- Ausbau und Pflege des Netzwerkes von Kooperationspartner*innen

- Erstellung von Förderanträgen und Akquise von Drittmitteln

- Marktanalyse und Öffentlichkeitsarbeit, inklusive sozialer Medien

- Außenvertretung und Mitarbeit in Ausschüssen und Arbeitskreisen des Arbeitsfeldes

Voraussetzungen:

- abgeschlossenes einschlägiges Hochschulstudium

- Vertrautheit mit den Lebensverhältnissen von LSBTIQ* und Erfahrungen in der LSBTIQ*-Arbeit

- Fundierte pädagogische und organisatorische Erfahrungen in der Jugend-/Erwachsenenbildung

- Identifikation mit den Kernzielen der Akademie

- Erfahrungen in Netzwerkbildung und Öffentlichkeitsarbeit

- Gute EDV-Kenntnisse, auch mit sozialen Medien

Es handelt sich um eine 40–Stunden-Stelle mit Vergütung in Anlehnung an Tv-L, Entgeltgruppe E 12 für die Dauer des auf fünf Jahre angelegten Projektes - vorbehaltlich der Bewilligung durch das BMFSFJ.

Bewerbungen mit aussagekräftigen Unterlagen in elektronischer Form bitte bis zum 29.11.2019 an:
Akademie Waldschlösschen, Ulli Klaum
37130 Reinhausen
ulli.klaum@waldschloesschen.org

 

DOWNLOAD: Stellenausschreibung/pdf-Dokument

Jahresprogramm 2020 - ab jetzt online!

Die Seminare und Tagungen der Akademie im Jahr 2020 sind ab sofort unter "Veranstaltungen" einzusehen und zu buchen.
HIER scrollen! Danke.

Unser "Programmheft 2020" wird ab 3. Dezember 2019 in gedruckter Form vorliegen. Gerne verschicken wir kostenlos Einzelexemplare, ein Päckchen oder ein Paket.
HIER anfordern! Danke.

 

Wolfgang Vorhagen geht in Rente

Mit einer bewegenden Veranstaltung hat sich Wolfgang Vorhagen von aus der ganzen Bundesrepublik angereisten Wegbegleiter*innen, Freund*innen und Kolleg*innen aus dem Waldschlösschen verabschiedet. Wolfgang hat als pädagogischer Mitarbeiter seit Mitte der achtziger Jahre wesentlich das Profil der Akademie als einem wichtigen Ort für das Thema Aids und Gesellschaft in Deutschland geprägt: als „Seele“ der (im November 200) Positiventreffen und Mitbegründer von positiv e.V. ebenso wie durch seine jahrzehntelange pädagogische und fachliche Betreuung des Aus- und Weiterbildungsprogramms im Themenfeld in Kooperation mit der Deutschen und der Niedersächsischen Aids-Hilfe. Für diesen über dreißigjährigen, weit über eine Profession hinausgehenden Einsatz ist ihm die Ehrenmitgliedschaft der Deutschen Aids-Hilfe verliehen worden. In all den Jahren waren ihm aber neben seinem Hauptarbeitsgebiet auch Seminare zu schwulen Lebensstilen, zur Lebensgestaltung, zum Älterwerden (inzwischen ist er auch Vorstandsmitglied der BISS, der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren, die er mitbegründet hat) oder in den letzten Jahren auch zur Arbeit mit LSBTI*Flüchtlingen ein Anliegen. Wolfgang verlässt nun nach über dreißig Jahren das ursprünglich eher als vier- oder fünfjährige „Zwischenstation“ zwischen Herkunftsort Aachen und „gefühlter Heimat“ Berlin gedachte Waldschlösschen. Aber nicht ganz: denn er wird weiterhin einige Seminare der Akademie betreuen, wofür wir ihm sehr dankbar sind.

Modellprojekt "Разнообразие heißt Vielfalt!" in Kooperation mit Quarteera e.V.

Im Rahmen der Förderung von Modellprojekten zur Modernisierung und zum Ausbau der Trägerstrukturen der politischen Erwachsenenbildung der Bundeszentrale für politische Bildung startet das Projekt „Разнообразие heißt Vielfalt!“ in Kooperation mit Quarteera e.V.. Ziel des "Tandem"-Projektes ist die Professionalisierung russischsprachiger Multiplikator*innen insbesondere von Quarteera e.V. und seiner Netzwerkpartner*innen, um sich zu einem eigenständigen Akteur der politischen Bildung gegen Homo-, trans* und inter* Feindlichkeit im russischsprachigen Teil der Bevölkerung Deutschlands weiterzuentwickeln. Multiplikator*innen der russischsprachigen Community, russischsprachige Menschen aus strukturschwachen Regionen und bildungsfernen Milieus, Organisationen, Vereine und andere Formen der Zivilgesellschaft der russischsprachigen Community, ehren-, neben- und hauptamtlich in der Jugendhilfe Tätige, Multiplikator*innen der queeren Community sollen erreicht werden - mit dem Ziel, heteronormative Strukturen in den russischsprachigen gesellschaftlichen Bereichen kritisch zu reflektieren und eine erhöhte Sichtbarkeit zu queeren Themen zu erreichen. Ansprechpartnerin, natürlich auf Russisch wie auf Deutsch, ist

Projektkoordinatorin Svetlana Shaytanova (Literatur- und Kulturmanagement, Englische Philologie M.A.), 

Telefon: 05592 - 92 77 37

Email: svetlana.shaytanova@waldschloesschen.org

Wurzel - Bande - Flügel: Familie als Ort der Sozialisation, Kontrolle und Emanzipation / 6. - 8. Dezember 2019

Nun liegt das detaillierte Programm der 20. Dezembertagung der Akademie vor:

Familie ist für viele LSBTIQ*’s auch heute noch komplex und stellt sie fast immer vor die Entscheidung, einen Teil ihrer Identität zu verstecken oder sich erklären zu müssen. Das Extrem reicht von Menschen, die sich für ein selbstbestimmtes Leben von ihren (Geburts-)Familien trennen, bis hin zu stolzen Eltern von LSBTIQ*-Kindern.
Die Community hat daher – auch untereinander – jahrzehntelang und intensiv über und für die Aneignung und Neudefinition des Konzepts der Familie gestritten. Die queere "Normalität" steht nunmehr für lange gewachsene eigene Wohn- und Lebensformen, Wahlverwandtschaften sowie vielfältige Regenbogenfamilien und Beziehungsmodelle. Die queere Emanzipationsgeschichte ist damit aber noch lange nicht auserzählt, sondern steht vor neuen Fragen und Herausforderungen: Ist mit der Öffnung der Ehe auch die Regenbogenfamilie für Reproduktion zuständig geworden? Entsteht dadurch ein zusätzlich Normendruck, der – Hochzeit und Kinder inklusive – die bürgerliche Kleinfamilie zum Ideal erhebt? Wo bleibt die Erinnerung an die Leistungen der Aktivist*innen, die in der AIDS-Krise alles taten, um den Erkrankten zur Seite zu stehen? Was ist mit Trans*-Eltern und ihrem Recht auf eine gute Gesundheitsversorgung? Welche Absicherung haben Menschen, die in nicht-monogamen Beziehungen und Poly-Familien leben? Wie ermöglicht geschlechterneutrale Erziehung einen queer-sensiblen Start ins Leben?Und ist die Erzählung von der Community als große Familie tatsächlich real oder doch nur ein Wunschtraum.


Referent*innen und Themen:

Dr. Christine Klapeer: Zwischen queeren Verwandtschaftsutopien und "glücklichen" Regenbogenfamilien: Ambivalenzen einer Geschichte der (vermeintlichen) Anerkennung

Dr. Benno Gammerl: Schwule Väter und lesbische Mütter vor der Erfindung der Regenbogenfamilie

Martin Reichert, M.A.: Familie muss man sich aussuchen

Dirk Ludigs: Are we family? Was die Community zusammenhält

Sascha Rewald, M.A.: Elternschaften von trans* Personen: Trans* Eltern zwischen rechtlicher Diskriminierung, gesundheitlicher Unterversorgung und alltäglicher Herausforderung

Mag. Jennifer Stoll: Eltern-Werden und Verwandschaft-Machen jenseits von Cis-Geschlechtlichkeit und Heteronormativität

Peng (Pauli Fritz): No gender - no problem? - Eine Erzählung über gendersensibles Aufwachsen

Simon Schultz, M.A.: Family of Kink - Ein Versuch zu queeren Wahlfamilien aus sieben Quellen

Dr. Michael Raab: Wer kümmert sich in der Poly-Familie? Konsensuelle Nichtmonogamie zwischen Emanzipation und Neoliberalismus

Podiumsdiskussion: Wurzeln, Bande, Flügel: Was brauchen queere Familien der Zukunft?

Weitere Informationen und Anmeldung unter VA-Nr. 9981