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HIV und Migration: Professionelle Hilfe für geflüchtete Frauen und LSBTIQ*

So, 18.08.2019  — Di, 20.08.2019
Frauen, Migrant*innen und geflüchtete Menschen, sowie LSBT*I*Q Menschen erleben häufig auch im eigenen familiären oder sozialen Umfeld, Diskriminierung, sexuelle Gewalt und Ausgrenzung. Laut neuesten Ergebnissen sind drei Viertel aller Geflüchteten* und Migrant*innen traumatisiert, oder berichten von schwierigen Belastungen in der eigenen biographischen Erzählung. Bei LSBT*I*Q Migrant*innen und Geflüchteten ist der Anteil wegen der spezifischen Verfolgung möglicherweise deutlich höher.
Migrant*innen und geflüchtete Menschen mit einer zusätzlichen HIV Diagnose, stellen eine schwierige und sehr komplexe Anforderung an alle Helfer*innen im System. Hinzu kommen die Begleiterkrankungen der Posttraumatischen Belastungsstörung wie beispielsweise Persönlichkeitsstörungen und Dissoziative Erkrankungen.
Die dreitägige Fortbildung vermittelt den Erwerb von Grundkenntnissen für die Beratungsarbeit mit LSBTIQ* Menschen und auch Frauen mit Flucht- und Migrationshintergrund. Die Synergie und Typologie einer HIV-Diagnose zusätzlich zu den Gewalt- und Diskriminierungserfahrungen werden mit Hilfe der Psychotraumatologischen Beratung, Diagnostik und Methodik veranschaulicht und mit Hilfe von Falldarstellungen erklärt.
Dabei werden Wissen und Fertigkeiten in den folgenden Bereichen vermittelt: Grundlagen zu Trauma und Traumafolgen, HIV-Typologie und Diagnostik, Synergie einer HIV Diagnose zu PTBS als besondere Vulnerabilität, Stellenwert der Flucht- bzw. Migrationserfahrung in der jeweiligen Biographie, Gesprächsführung, Stabilisierung auf unterschiedlichen Ebenen, Ressourcenaktivierung, Krisenintervention, Überblick über Behandlungsmethoden, Zusammenarbeit mit relevanten Migrationsdiensten, Aidshilfen usw. Sekundäres Trauma und Burnout werden ebenfalls als ernst zu nehmende Phänomene im Seminar erklärt und bearbeitet.
Das Seminar wendet sich an Helfer*innen mit oder ohne Beratungskenntnissen, die mit komplex traumatisierten LSBTIQ* Geflüchteten, Migrant*innen und geflüchteten Frauen arbeiten.

Die Veranstaltung findet mit Unterstützung der Beauftragten der Bundesregierung für Flucht, Migration und Integration über den Paritätischen Gesamtverband und in Zusammenarbeit mit der Schwulenberatung Berlin statt.

 VA-Nummer

9929

 Kosten

keine, Unterkunft im Doppelzimmer, Einzelzimmeraufschlag 12,- EUR pro Nacht
Die Reisekosten werden nicht erstattet.

 Dauer

So, 16:30 Uhr – Di, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Jakob Prousalis
Pädagogische Leitung: Wolfgang Vorhagen

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