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Noch einmal Aids

Fr, 04.10.2019  — So, 06.10.2019
Als in den USA 1981 die ersten Krankheitsfälle in der schwulen Szene bekannt wurden, konnten wir uns damals noch nicht vorstellen, welche Bedeutung dies bald auch in Deutschland v.a. für schwule Männer haben wird. In seinem Buch "Die Kapsel" (Suhrkamp, 2018) schreibt Martin Reichert in der Einleitung: ..."für mindestens eine Generation von schwulen Männern waren die achtziger und frühen neunziger Jahre eine Zeit, die schwere Traumatisierungen hinterlassen hat." Es folgten Jahre der Angst, des Verlustes, der Diskriminierung und der Ohnmacht und gleichzeitig eine beispielhafte Solidarität unter schwulen Männern, die u.a. zum Aufbau der AIDS-Hilfen und der Selbsthilfe zusammen mit anderen Betroffenengruppen führten. In einem Interview mit Dirk Ludigs im magazin.hiv der Deutschen AIDS-Hilfe sagte Martin Dannecker: "Schwule Männer sind durch ihre gemeinsame Sexualität miteinander verbunden, die wiederum durch die gesellschaftliche Diskriminierung und Positionierung zu etwas Abgrenzbarem, Diskriminiertem gemacht wurde. Das massive Sterben und Leiden, die massive Erkrankung machte etwas mit diesem Kollektiv. Aids war darin so wirksam, dass ich es als kollektives Trauma bezeichnet habe." Und weiter: "Wir können nicht mehr an Sex denken, ohne an Krankheit zu denken". Die Assoziation Sex –Tod beeinflusste unser Sex- und Liebesleben für etliche Jahre. "Aids hat die Art und Weise, wie wir leben und wie wir lieben, tiefgreifend verändert" (Martin Reichert). Wir wollen noch einmal einen Rückblick wagen, was Aids bei uns hinterlassen hat und welche Bedeutung diese z. T. traumatischen Erlebnisse heute für die "Generation Aids" hat, aber auch, wie junge Schwule ohne diese Erfahrungen heute mit HIV in ihrem Sex- und Liebesleben umgehen.

In Zusammenarbeit mit dem Queeren Netzwerk Niedersachsen - QNN e.V.
 VA-Nummer

9778

 Kosten

60,- EUR (gefördert u.a. aus Mitteln des QNN e.V.)

 Dauer

Fr, 18:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Prof. Dr. Martin Dannecker Martin Reichert,
Pädagogische Leitung: Wolfgang Vorhagen

Bundeszentrale für politische Bildung