englisch  |   Kontakt  |   Impressum  |   Login

Anders, Außen, Avantgarde: Zwischen Ohnmacht und Stärke, Mainstream und Subkultur

21. Dezembertagung

Fr, 04.12.2020  — So, 06.12.2020
Anders-Sein, Nicht-dazu-gehören, den meisten Queers begegnet das im Laufe ihres Lebens immer wieder. Wer anders ist, wer außen vor bleibt, das ist allerdings stets dem Wandel der Zeit unterworfen: Der technologische Fortschritt und eine steigende soziale Anerkennung haben aus dem "Computerfreak", eine populäre Figur gemacht, die auf dem Weg ist, nicht nur Teil der sozialen Mitte, sondern mit ihren digitalen Kompetenzen zum Leitbild für die Menschen der Zukunft zu werden.

Bei queeren Menschen – Menschen, die sexuell oder geschlechtlich anders lieben und leben, die mit der Mehrheit, dem Mainstream hadern, sich anpassen müssen oder die sozialen Normen verändern wollen – ist diese Entwicklung keinesfalls so eindeutig. Wo der Nerd vielleicht bewusst eigenbrötlerisch, sich selbst Maßstab genug sein kann, schlägt bei queeren Menschen das soziale Stigma, die Ausgrenzung, Kriminalisierung und Diskriminierung dazwischen. Wenn das eigene Anders-Sein moralisch abgewertet und kulturell unsichtbar gemacht wird, wenn es bedeutet, fliehen oder sich verstecken zu müssen, als widernatürlich gebrandmarkt und ausgegrenzt zu werden, in Armut zu leben, ständig auf der Suche zu sein, dann steckt im Außenseiter*in-Sein aller aufgezwungenen Ohnmacht zum Trotz – und vielleicht auch gerade deshalb – die gewaltige Kraft des Aufbegehrens und Widerstands, des Exzesses, der Veränderung und Pluralisierung. Außenseiter*innen, das sind schließlich auch die mit der Außenperspektive, Freigeister, die freches Leben und freches Denken wagen, die Querulant*innen, Dissident*innen, Nonkonformist*innen. Als Figur stehen sie für die Grenzüberschreitung, das unübersehbare Anders-Sein.

Die queeren Außenseiter*innen befinden sich dabei nicht nur mit der Gesellschaft in einem ständigen Spiel wechselseitiger Einflussnahme, sondern auch mit der Community selbst, die ihre eigenen Außen- und Innen-Perspektiven in Abhängigkeit zur Gesamtgesellschaft (re-)produziert. Auf dieser Tagung wollen wir uns daher im Rahmen von Vorträgen mit der Vielschichtigkeit queerer Positionierungen in der Gesellschaft, wie auch in der Subkultur beschäftigen, die unterschiedliche Aspekten wie Migration, Klasse, Trans*-Sein, Flucht und Exil, Sichtbar-Sein, Behinderung, DDR-Sozialisation und vielem mehr umfassen kann.

Das genaue Tagungsprogramm ist ab August 2020 auf der Website der Akademie zu finden.

In gemeinsamer pädagogischer Verantwortung mit dem VNB-Göttingen
 VA-Nummer

958

 Kosten

70,- EUR

 Dauer

Fr, 18:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Stephan Baglikow n.n.,
Pädagogische Leitung: Kim Trau, Dr. Volker Weiß

Teilnahme anmelden