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Bundesweites Treffen lesbischer Lehrerinnen*

Do, 30.05.2019  — So, 02.06.2019
Zum 26. Mal treffen wir uns, lesbische und queere Pädagoginnen*, zum Kennenlernen, Vernetzen und Austauschen. Es ist ein Treffen von Frauen* für Frauen* in all unserer Vielfalt.
Das Themenfeld Bildung bietet für uns alle viele Herausforderungen und Chancen – wir wollen uns gerade in einer Zeit von steigendem Rechtspopulismus und christlich-fundamentalistischen Kräften gegenseitig stärken und auch inhaltlich miteinander dazu ins Gespräch kommen. Es gibt neben inhaltlichen und künstlerischen Workshops natürlich auch Raum für Austausch und Entspannung.
Für Fragen stehen wir als Organisatorinnen* gern über unsere Kontaktadresse BuLeLe@posteo.de zur Verfügung.
Wir freuen uns auf dich!

Die Workshops im einzelnen:
Lesben im Nationalsozialismus
Seit vielen Jahren gibt es Initiativen für ein Gedenken an verfolgte Lesben im Konzentrationslager Ravensbrück. Die Initiative Autonomer FrauenLesben aus Deutschland und Österreich hat diese aufgegriffen und eine Initiative zur Installierung einer Gedenkkugel für verfolgte und ermordete Lesben im Frauenkonzentrationslager Ravensbrück gestartet. Über dieses Mahnmal gibt es eine kontrovers geführte Debatte, da das Ausmaß der Verfolgung lesbischer Frauen im Nationalsozialismus immer wieder angezweifelt wird.
Ich möchte in diesem Workshop über die Situation von Lesben im Nationalsozialismus sprechen und über die Initiative berichten.

Körperarbeit und Tanz
Die ganzheitliche, rückenstärkende und wohltuende Dore-Jacobs-Körperarbeit wurde von Reformpädagoginnen in den 1920iger Jahren im Ruhrgebiet entwickelt mit dem Ziel den vom eigenen Körper entfremdeten Menschen wieder zurückzuführen zu einer guten Selbstwahrnehmung.
Im Workshop Körperarbeit und Tanz geht es darum, die Dore Jacobs-Körperarbeit kennen zu lernen, die auch als "westliches Yoga" bezeichnet werden kann. Sanftes Üben mit verschiedenen Dynamiken führt die Teilnehmerinnen sowohl ins Tanzen als auch in angeleitete Entspannungsphasen.

Coming Out als lesbische Lehrerin
Balance zwischen Offenheit und Schutz – wie gestalte ich mein Coming out als lesbische Lehrerin in Zeiten des Rechtspopulismus?
Die Diskussionen um den Bildungsplan in Baden-Württemberg und anderswo zeigen, dass es noch längst nicht "normal" ist "anders" zu sein. Dabei erfordert die pädagogische Arbeit uns als ganze Person. Unsere Authentizität kann geschwächt sein, wenn wir einen Teil unserer Energie darauf verwenden (müssen), die eigene Lebensweise zu verheimlichen. Demonstrationen gegen Bildungsziele wie "Akzeptanz von Vielfalt" und Wahlerfolge rechtspopulistischer und rechtsextremer Parteien wirken negativ verstärkend und auch beängstigend.
Wie kann es gelingen, trotz äußerer und innerer "Gebote und Verbote" eine Brücke zu bauen zwischen unserer persönlichen Identität und der beruflichen Rolle, so dass wir zu uns selbst stehen und daraus Kraft schöpfen können. Welche politischen Möglichkeiten können wir gemeinsam entwickeln?

Junge lesbische, Schwule, Bisexuelle und Trans* Personen in der Schule. Wie können wir sie diskriminierungssensibel unterstützen?
Junge lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere Menschen (zusammengefasst LSBT*I*Q) erleben alltägliche Gewalterfahrungen, sowohl auf der individuellen Ebene, wie z. B. in häuslichen Zusammenhängen, als auch auf der strukturellen und institutionellen Ebene - wie in den Kontexten Schule und Bildung.
Ebenso sind junge Asylsuchende LSBT*I*Q alltäglicher homophober und transphober Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt.
Diese Erfahrungen können allerdings in vielen Fällen von den bestehenden Strukturen der Bildungs-, Jugend- und Geflüchtetenarbeit nicht aufgefangen werden.
In dem Workshop werden wir zum einen uns mit den Erfahrungen, Fragen und Bedürfnissen der Teilnehmenden auseinandersetzen. Zum anderen werden wir Ergebnisse einer Studie zu den Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen von lesbischen und bisexuellen Frauen und Trans* im Bereich Schule und Bildung vorstellen. Anschließend werden wir anhand von Selbstreflexionen und Austausch notwendige Maßnahmen zur Unterstützung der LSBT*I*Q Jugendlichen (mit und ohne Flucht-, Rassismus- und Migrationserfahrungen) im Kontext Schule erarbeiten.

Musikworkshop
In diesem Musikworkshop begeben wir uns auf eine romantische Reise durch Jazz, Folk, Pop und Liedern mit deutschem Text. Dazu bringen wir einige bekannte Lieder mit und werden sie mit euch ein- oder zweistimmig, mit Gitarrenbegleitung, Percussion und allen musikalischen Ideen eurerseits einstudieren und am Abend in einem kleinen Konzert vortragen.

Visualisierung in der Schule - Zeichnen kann Jede!
Das werden wir gemeinsam erleben!
Ich selbst nutze Zeichnungen in Tafelanschrieben, kurzen Mitschriften als Dokumentationen von Gesprächen, für Plakate und als Bestandteile von Power-Point-Präsentationen. Für alles werde ich Beispiele mitbringen. Aber ihr werdet auch alles selbst probieren! Bringt euren kindlichen Zeichenmut mit!

Lesben raus!? - Lesbische Sichtbarkeit
Wo sind sie die lesbischen Frauen? Welche Vorteile und welche Nachteile bringt eine erhöhte Sichtbarkeit? Was führt zur Unsichtbarkeit? Und wie kann mehr Sichtbarkeit in allen Bereichen der Gesellschaft hergestellt werden? Diese und andere Fragen um die lesbische Sichtbarkeit werden im Workshop thematisiert.

Literarischer Abend
Stelle dein Lieblingsbuch anderen Leserinnen vor und lasse dich von den Lieblingsbüchern anderer inspirieren. Lasst uns über Bücher und Geschichten reden!

Rahmenprogramm
Das Wochenende bietet neben den Workshops viel Raum für Austausch, Begegnung, Musik, Singen, einen literarischen Abend, gemeinsame Bewegung… Deiner Kreativität sind wenig Grenzen gesetzt. Wenn Du willst, bring gerne Dein Lieblingsbuch, ein Instrument, Liederbücher und Kostüme mit. Ein Highlight ist immer unsere Party am Samstagabend!

 VA-Nummer

9250

 Kosten

222,50 EUR (Ermäßigung auf 122,50 EUR für Teilnehmerinnen mit geringem Einkommen nach Absprache)

 Dauer

Do, 17:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Monika Becher, Alexandra Kuon Pia Maria Oleimeulen,
Pädagogische Leitung: Monika Henne