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Fachtagung Queere Pädagogik

queer denken – aktivieren – vernetzen

Mi, 30.09.2020  — Fr, 02.10.2020
Ob in Uni, Schule oder Kita, bis heute sind alte Rollenbilder und Vorurteile vielfach fest im pädagogischen Bereich verankert. Auf der Fachtagung wollen wir diesen Strukturen etwas entgegensetzen. Durch Reflexion unseres pädagogischen und methodischen Handelns sowie durch das Erkennen, Erlernen und Diskutieren von Alternativen wollen wir gestärkt in den beruflichen Alltag zurückkehren.
Wir möchten dafür einen Ort schaffen, an dem wir Pädagog*innen neuen Input für eine queere Bildungsarbeit bekommen, uns austauschen, gegenseitig aktivieren und miteinander vernetzen. Zu diesem Zweck werden unterschiedliche Vorträge und Workshops angeboten.

Zielgruppe: Die Fachtagung richtet sich an alle, die im Bildungs- und Erziehungsbereich tätig sind und das Ziel einer geschlechtersensiblen Pädagogik mit uns gemeinsam aktiv anstreben. Voraussetzung für die Teilnahme sind Grundlagenwissen und (erste) Erfahrungen im Bereich queere und diskriminierungskritische Pädagogik.

Programmschwerpunkte:

Eine entspannte und selbstbewusste Haltung entwickelt sich nicht von allein - mit Klarheit und Empathiezum leichten Umgang mit exklusiven und abwertenden Gedanken und Handlungen (Maria Schäfer)
Herausfordernde Situationen mit Familienangehörigen, Kolleginnen und Kollegen, Vorgesetzten oder Menschen in Politik und Gesellschaft gehören zum Alltag. Dabei können abwertende Haltungen gegenüber Anderen, die eigene Unsicherheit oder anstrengende Gesprächspartner für Druck und Stress sorgen.
Worauf habe ich in einem solchen Konflikt wirklich Einfluss? Was führt mich am Ehesten in eine Sackgasse? Welche universellen Strategien sorgen garantiert für Entspannung?
Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation von Marshall Rosenberg bietet konkrete und praxisnahe Hilfen für den Aufbau und die Pflege der eigenen Haltung in der Begegnung mit abwertenden und exklusiven Gedanken und Handlungen.Der Workshop zeigt wie schnell sich über 50% der alltäglichen Konflikte auflösen und wie effektiv wir den "wirklichen" Konflikten mit einer entspannten und klaren Haltung begegnen können. In diesem Workshop wird der Ansatz kompakt vorgestellt und kann in praxisbezogenen Übungen direkt ausprobiert werden. Die Teilnehmer/innen können lernen:
- schnell zu einer eigenen, klaren Haltung zu finden
- im Gespräch dafür zu sorgen, dass über das gesprochen wird, was wirklich wichtig ist
- schnell Kontakt und Zugang zum/r Gesprächspartner/in zu finden
- ein Gespräch selbstbewusst, einfühlsam und klar zu führen
- Strategien zu kennen auch schwere Themen anzusprechen
- entspannt mit Gesprächspartnern im Widerstand umzugehen

"Möglichkeiten, um Veränderungsprozesse in Schule zu initiieren" (Dr. Monika Brinker, Gerrit Petrowski)
Wir alle versuchen mit Engagement und Überzeugung einen guten Job zu machen: Schüler*innen etwas mit auf den Weg zu geben und gleichzeitig auch die Schullandschaft zu prägen. Aber wo und wie schaffen wir es, andere für unsere Ideen mitzureißen?
Gremien, AGs, Konferenzen, Fachbereich, Schüler*innenvertretung usw. bieten eine gute Basis um außerhalb des eigenen Unterrichts Veränderungsprozesse zu initiieren. Zusammen mit euch möchten wir beispielhaft Möglichkeiten der Mitgestaltung im Raum Schule – und ganz besonders an euren Schulen – aufzeigen und diskutieren."

"Sind alle kurzhaarigen Frauen lesbisch?" (Sandra Wolf)
In diesemWorkshop betrachten wirunseren Umgang mit Labeln für sexuelle Orientierung bzw. Begehren einmal näher. Was verstehen wir eigentlich genau unter sexueller Orientierung? Wie eindeutig sind die Begrifflichkeiten, die wir häufig sehr selbstverständlich verwenden? Und wie schnell vergeben wir manchmal Label, ohne viel über eine Person zu wissen?
Wenn von den Teilnehmenden gewünscht, kann es auch um die Frage, warum das Label "bi-/pansexuell" besonders unattraktiv ist, gehen.

Sushi-Rollen statt Geschlechterrollen (Amelie Firsching)
Im Schulalltag sehen Lehrkräfte unwillkürlich, wie Geschlechterstereotype von ihren Schüler*innen reproduziert werden. Oft legen Mädchen ein bestimmtes Verhalten an den Tag, was sich von dem der Jungen fundamental unterscheidet. Dazwischen ist oft wenig Raum. Letztlich ist das für Menschen aller Geschlechter einengend.
Warum diese zweigeschlechtliche Einteilung im Kontext Schule so stark wirkt, werden wir uns am Anfang des Workshops im Rahmen einer kleinen Ausstellung anschauen. Daran anschließend werden wir uns der Frage widmen, wie Lehrkräfte ihre Schüler*innen dabei unterstützen können sich von einengenden Rollenbildern freizumachen. Wir werden uns zu Kniffen und Tricks austauschen, die dabei helfen können die Rollenbilder stellenweise aufzubrechen und gemeinsam überlegen, welche Potenziale die unterschiedlichen Unterrichtsfächer bieten um Geschlechterrollen in Frage zu stellen.

Künstlerische Intervention im Schulgebäude zum Thema (geschlechtliche und sexuelle) Vielfalt (Corinna Griffith, Alexandra Schmalz)

Wir nehmen im Schulraum künstlerisch, in pointierter Weise und punktuell Veränderungen vor, die die normale Betriebsamkeit von Schule stören. Wir wollen damit für unser Thema Aufmerksamkeit erzeugen, irritieren, zum Nachdenken anregen und auch provozieren.
Dazu werden wir im Workshop zunächst Beispiele für Interventionen diskutieren, um dann neue/eigene Ansätze zu erarbeiten und diese in einem Praxisteil für die Situation in der Schule vorzubereiten.
Hinweis: Eine künstlerische Intervention kann aus dem Kunstunterricht heraus entstehen, aber auch aus anderen Zusammenhängen initiiert werden (Queere AG, SV, ...).

Intergeschlechtlichkeit und Schule (Ursula Rosen)

Im niedersächsischen Schulgesetz findet sich die folgende Zielsetzung:"Die Schülerinnen und Schüler sollen fähig werden, die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden zu lassen, die sich daraus ergebende staatsbürgerliche Verantwortung zu verstehen und (...) ihre Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Toleranz sowie der Gleichberechtigung der Geschlechter zu gestalten (...)."Wenn Schule diesem Anspruch genügen soll, muss endlich Schluss sein mit der Missachtung der Rechte intergeschlechtlicher Kinder. Dafür brauchen wir Lehrkräfte, die die Rechte der Inter*Menschen uneingeschränkt anerkennen, die ein Grundwissen über Intergeschlechtlichkeit haben und bereit sind, in ihrer Schule und in ihrem Fachunterricht Intergeschlechtlichkeit mitzudenken. Und das gilt nicht nur für den Sexualkundeunterricht, sondern für Deutsch, Politik, Sport, Religion, Werte und Normen und weitere Fächer.In diesem Workshop werden also neben notwendigem Grundlagenwissen über Intergeschlechtlichkeit vor allem Möglichkeiten der praktischen Umsetzung der eingangs genannten pädagogischen Ziele erarbeitet.Referent*in: Ursula Rosen Lehrerin für Biologie und Werte und Normen i.R. Zweite Vorsitzende von Intersexuelle Menschen e.V. Autorin von "Jill ist anders" (2015) und "Sexualerziehung mit Generation Z" (2018)



 VA-Nummer

736

 Kosten

85,- EUR

 Dauer

Mi, 18:00 Uhr – Fr, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

n.n.
Pädagogische Leitung: Kevin Rosenberger

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