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Lesbisch-queere Lehrerinnen* im Waldschlösschen

Do, 26.05.2022  — So, 29.05.2022
Zum 29. Mal treffen wir uns, lesbisch-queere Lehrerinnen*, zum Kennenlernen, Vernetzen und Austauschen. Es ist ein Treffen von Frauen* für Frauen* in all unserer Vielfalt.
Du bist im Bildungsbereich tätig? Wir möchten mit dir sichtbar werden – füreinander, gestärkt für unseren pädagogischen Alltag, als Veranstaltung für andere. In unserer Vielfalt von Alter, Schulformen, Fächern und Professionen möchten wir dich an diesem verlängerten Wochenende in geschütztem Rahmen dazu einladen, Erfahrungen auszutauschen und neuen Input für die berufliche Praxis zu erhalten. Neben einem inhaltlichen Austausch gibt es auch Raum für Kreativität, Bewegung und Entspannung. Wir freuen uns auf dich!

Workshopprogramm:

Erlebnispädagogik (mit Eva Mauch):
"Und jetzt: alle!" – Die pädagogische Arbeit mit Gruppen stellt Fachkräfte vor Herausforderungen: Neben den äußeren Rahmenbedingungen und dem Lerninhalt sollen auch gruppendynamische Prozesse berücksichtigt werden. Ich stelle euch verschiedene (erlebnis-)pädagogische Spiele vor. Dabei liegt der Fokus nicht auf dem eigentlichen Lern- oder Trainingsziel, sondern vor allem auf der Gruppe mit ihrer sozialen Dynamik. Während die Gruppe "nur spielt", wächst sie zusammen, die Motivation wird stimuliert, eine aufgeheizte Stimmung "heruntergefahren", eine Lerneinheit mit einem Paukenschlag begonnen oder zu einem guten Ende gebracht. Die Spiele für drinnen und draußen machen Spaß und dienen als Warm Up, Refresher, Icebreaker, Energizer, Relaxer u. v. m.

Queere Projektarbeit in Bildung (mit Kari Lissy)
Im August 2017 habe ich an meiner Schule die Arbeitsgemeinschaft "Vielfalt leben!" gegründet, in der sich seitdem Schüler*innen der Jahrgänge 8 bis 13 wöchentlich treffen. Zusammen wollen wir unsere Schule zu einem diskriminierungsfreieren Ort machen, der unsere gemeinsame Vielfalt wertschätzt und an dem jeder Mensch so sein kann und darf, wie er ist, ohne Angst haben zu müssen, dafür angefeindet zu werden. Durch handlungsorientierte Methoden und autobiographisches Arbeiten zeige ich euch Möglichkeiten auf, wie ihr eure Schule mitgestalten könnt. Bringt Begeisterung und Idealismus mit und werdet Teil einer schüler*innenorientierten Arbeit, die Schutzräume und Empowerment schafft.

Theaterpädagogisches Labor (mit Leo Lunkenheimer)
Kommt Spielen! Wir wollen uns szenisch und performativ mit uns auseinandersetzen, uns in Beziehung setzen und den Raum als Spielort begreifen. In kleinen Momenten, in großen Gesten, in einer Haltung, ganz laut heraus gerufen oder geflüstert verarbeiten wir Alltägliches zu Theater.
Dabei lernen wir gemeinsam sowohl Performative Strategien als auch theaterpädagogische Übungen kennen. hier brauchst Du keine Vorerfahrung, aber vielleicht bequeme Kleidung und Freude am spielerischen Entdecken.

Empowerment (mit Leo Lunkenheimer)
Empowerment beschreibt Prozesse, in denen Menschen sich selbst bestärken und stützen können. Empowerment braucht es dort, wo Personengruppen marginalisiert, diskriminiert oder von bestimmten Ressourcen einer Gesellschaft abgeschnitten werden. Gesellschaftliche Machtungleichheiten machen diese Art der Selbstbestärkung notwendig, und so ist Empowerment ein immer stärker wachsendes Instrument für viel Communities.
In diesem Workshop soll das ganz praktisch erfahrbar werden: Wir erproben Methoden und Möglichkeiten, uns selbst zu bestärken. Und weil Bestärkung auch anstrengend sein kann, fließen auch Anregungen zur Entspannung in den Workshop mit ein.

Intersektionale Methoden (mit Tina Breidenich)
Soziale Kategorien wie Geschlecht und Sexualität, soziale Herkunft, "Ethnie" u.v.a. prägen die Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und beeinflussen gleichzeitig deren Bildungschancen. Ziel einer intersektionalen Pädagogik ist es daher, differenzbedingte Diskriminierungen abzubauen sowie vorherrschende Machtverhältnisse in der Gesellschaft, die mit unterschiedlichen Privilegierungen einhergehen, aufzudecken. In diesem Workshop wollen wir sehr praktisch arbeiten und nach einem kurzen theoretischen Input zum Intersektionalitätsansatz selbst einige intersektionale Methoden für den Unterricht in unterschiedlichen Jahrgangsstufen, Schulformen und Fächern ausprobieren.

Lesbengeschichte:n_biografisch_bewahren: Hilde Radusch (1903 – 1991) (mit Ilona Scheidle)
Hilde Radusch wollte zu Lebzeiten ihre Biografie veröffentlichen, doch blieben ihre Versuche erfolglos. So ermöglicht der Workshop, sich ihrem bewegten Leben anzunähern, ihre "fünf Leben" kennen zu lernen und sich zu fragen: Kann Hilde Raduschs Lebensweg ein "Role Model" sein? Wäre ihre Lebensgeschichte für den Schulunterricht geeignet?
Der Workshop arbeitet im Baukastenprinzip. Themenfelder können nach Bedarf gewählt und zeitlich bemessen werden: ihre Zeit als Kommunistin, Parlamentarierin, ihr Überleben als Verfolgte in der NS-Zeit, als Illegale im Schrebergarten, ihr KP-Rausschmiss, ihre Rolle als Zeitzeugin, ihre Lyrik und L-74 Arbeit in der UKZ, ihr Altern mit den "Hilde-Girls" und ihr "Nachleben" – durch ihren Gedenkort und dem Berliner Ehrengrab.

Vielfalt in Grund- und Förderschulen (mit Ursula und Ingeborg Rosen)
Mit unserem Buch "Alles divers" (Salmo Verlag 2021) haben wir gezeigt, dass es möglich ist,
bereits ab der Grundschule das Thema geschlechtliche Vielfalt zu unterrichten. Mit diesem
Workshop wollen wir einerseits sachlichen Input über die Vielfalt von Geschlecht geben
(Biologie, Rechtslage, Bedarfe von Kindern und deren Eltern), uns andererseits aber auch mit
euch darüber austauschen, welches Material es für Grundschulen und Förderschulen gibt,
wie man Projekte und Elternabende gestalten und Schulen vielfaltssensibel organisieren
kann. Gleichzeitig informiert ein Büchertisch über Fachliteratur zu Intergeschlechtlichkeit
und Vielfaltspädagogik sowie queere Kinderbücher und Filme, die für die Mediothek von
Grund- und Förderschulen geeignet sind.

Soziale, kulturelle und geschlechtsspezifische Vielfalt in Schule - Argumentationsstrategien gegen Rechts (mit Kira Kosnik und Mareike Klauenflügel)
Im Workshop geht es darum, Strategien und Methoden gegen extrem rechte und rechtskonservative Angriffe und für eine Pädagogik der Vielfalt zu entwickeln, um Schüler*innen und Kolleg*innen für Ausgrenzung zu sensibilisieren, und Argumentationsmuster aufzuzeigen, die im Alltag hilfreich sein können. Dazu wollen wir uns mit Angriffen von Rechts beschäftigen, die die Fundamente eines inklusiven, solidarischen und gleichstellungs- und akzeptanzorientierten Miteinanders an Schulen unterminieren. Diese Angriffe richten sich insbesondere gegen die Wertschätzung gleichgeschlechtlicher Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt wie auch gegen religiös und ethnisch definierte ‚Andere‘. Als lesbische Pädagoginnen* geht es für uns also zum Einen um die systemische Frage der pädagogischen Arbeit, zum Anderen auch um die Definition der eigenen Rolle als Pädagogin*.

Lateinamerikanisches Trommeln "Merengue Haitiano" aus Cuba (mit Kathrin Bolislav)
Dieser Workshop behandelt einen von unzähligen mitreißenden Trommelrhythmen Cubas: Merengue Haitiano aus Santiago de Cuba. Dieser Rhythmus mit haitianischen Wurzeln ist in seinen Grundzügen schnell zu erlernen und macht einfach nur gute Laune!
Im Vordergrund steht das Spiel an den Congas, den großen zylinderförmigen Trommeln aus Cuba, weitere Rhythmusinstrumente unterstützen die Congas. Nach einer Einführung in die Spieltechniken fügen sich die einzelnen Instrumente fast wie von selbst zu einem gemeinsamen Groove zusammen.
Der Spaß am gemeinsamen Musizieren steht im Vordergrund, Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, Fortgeschrittene aber herzlich willkommen.


Achtsamkeit und Yoga (mit Christel Weber):
In diesem Workshop gibt es Raum für Übungen, die zu Entspannung und Stille führen.
Elemente aus dem Hatha-Yoga und aus der Achtsamkeitspraxis nach Thich Nhat Hanh sind der Teil der Praxis.
Wir üben, uns auf einfache und leichte Weise zu entspannen und zu stärken. Diese Übungen können auch im Schulalltag hilfreich sein.
Bitte bequeme Kleidung mitbringen.

 VA-Nummer

2403

 Kosten

235,- EUR (Ermäßigung auf 150,- EUR für Teilnehmerinnen mit geringem Einkommen nach Absprache)

 Dauer

Do, 17:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Tina Breidenich, Mareike Klauenflügel-Thwaites, Julia Kraiczek, Alexandra Kuon, Annika Sanner, Christel Weber
Pädagogische Leitung: Leo Lunkenheimer

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