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Schwule Sexualität und schwule Lust heute

Seminar zu aktuellen sexualpolitischen Standpunkten unter schwulen und bisexuellen Männern - Thema 2021: Konsens und Sexualmoral

Fr, 18.06.2021  — So, 20.06.2021
Sexualität durchzieht die schwule Welt in einer außergewöhnlichen Stärke.

Schwule haben die Möglichkeit, auf eine einzigartige Subkultur mit Kneipen, Clubs, Darkrooms, Privatpartys und Cruising-Areas zurückzugreifen, in der Sex in seinen vielfältigsten Formen möglich ist. An diesen Orten konnte sich eine sexuelle Kommunikation etablieren, die häufig bereits, noch vor einem Blick-, mit dem Körperkontakt beginnt.
Wie die realen Orte für (schnellen) Sex unterscheiden sich auch die virtuellen Räume schwuler Datingplattformen von jenen, die Heterosexuelle aufsuchen. Schwule Männer tauschen dort rasch sexuelle Fantasien und sogenannte explizite Fotos aus. Während im Bereich der Heterosexuellen mittlerweile Kampagnen dazu aufrufen, sich gegen solche Nachrichten durch Strafanzeigen zur Wehr zu setzen, erfreuen sich Schwanzpics in der Online-Welt schwuler Männer weiterhin großer Beliebtheit.
Zugleich mehren sich Stimmen, die den sexualisierten schwulen Chat und schwule Räume für anonymen, schnellen (Gruppen-)Sex problematisieren. Dabei wird die schwule Sexualkultur teils unter den Verdacht des nicht-konsensuellen Handelns gestellt. So wird die Forderung nach einem schwulen #MeToo laut: Homosexuelle Männer sprächen zu wenig über Gewalt innerhalb ihrer Beziehungen, sie beherzigten Konzepte der expliziten Zustimmung zu sexuellen Handlungen nicht ausreichend und auch Schwule wollten schließlich im Darkroom nicht ungefragt angefasst werden.

Die aktuellen Diskussionen zu Konsens in der schwulen Subkultur möchten wir zum Anlass nehmen, sie vor dem Hintergrund der schwulen Welt und ihrer spezifischen, mann-männlichen sexuellen Kultur zu befragen.
- Welche Fantasien über schwule Sexualität rufen die aktuellen Diskussionen auf?
- In welcher Beziehung stehen die damit zusammenhängenden Annahmen über homosexuelle Männer zu deren sexueller Realität?
- Inwiefern beanspruchen Aggression und die Aufhebung von Grenzen ihren Platz in (schwuler) Sexualität?
- Welche Rolle darf das im Begehren überhaupt (noch) spielen?
Mit diesen Fragen begeben wir uns in das Feld der Sexualmoral und ihres Wandels: Vor welchem gesellschaftlichen und historischen Hintergrund sind die Forderungen nach einem schwulen #MeToo zu verstehen? Und kann die heterosexuell dominierte Debatte ohne Weiteres auf Schwule übertragen werden?

In dem Seminar werden theoretische Inputs vorgetragen, die in der Gruppe diskutiert werden. Dabei möchten wir einerseits zur Diskussion einladen und andererseits den Raum zur Selbsterfahrung öffnen, in dem die eigene schwule Sexualität reflektiert, befragt und ihr nachgespürt werden kann.

In Kooperation mit der Deutschen AIDS-Hilfe e.V. (DAH)
 VA-Nummer

1274

 Kosten

30,- EUR (DAH), Fahrtkosten werden nicht erstattet

 Dauer

Fr, 18:00 Uhr – So, 14:30 Uhr

 Dozent*innen

Marco Kammholz Dr. Patsy l’Amour laLove,
Pädagogische Leitung: Ulli Klaum

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