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42. Pfingsttreffen schwuler Lehrer vom 21. - 24. Mai 2021

Workshops und Themen

1. Schule und Pädagogik

Vielfalt:lehren - Von aktuellen Wegen in der Praxis (Leo Lunkenheimer)
Im Rahmen des Kompetenznetzwerks zum Abbau von Homosexuellen- und Transfeindlichkeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des BMFSFJ setzt die Akademie Waldschlösschen auf Vernetzung und Qualifizierung zum Themenbereich sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Bildung - von Kita über Lehrer*innenweiterbildung. Zum einen werden in diesem Workshop laufende Fortbildungen, Projekte und Materialien – wie z.B. beide inzwischen auch gedruckt vorliegende Bände von „Schule lehrt/lernt Vielfalt“ mit Materialien und Unterrichtsbausteinen“ - vorgestellt. Zum anderen wird das digitale Fachkräfteportal für queere Vielfaltsthemen der Akademie Waldschlösschen in seinem aktuellen Planungsstand präsentiert. In einer Diskussionsrunde werden alle Fragen und Nutzungsmöglichkeiten für die Schulpraxis erörtert.

Die Situation von LGBTIQ* in Schule und Bildung in Polen (P. Starón) digital

Przemek ist polnischer Lehrer und Dozent, Psychologe und Kulturexperte und wurde 2018 zum Lehrer des Jahres gekürt. Er stand 2018 auf der Liste der 100 einflussreichen Personen der LGBT+-Community in Polen. In einem Input wird er etwas zur Situation für LGBTIQ*-Personen im Bildungsbereich in Polen sowie seine eigenen Erfahrungen und gegenwärtige Situation sagen. Im Anschluss wird es Raum für eine Diskussion geben, auch im Hinblick welche Erfahrungen wir austauschen können und wie wir auch unterstützen können.

Schule der Vielfalt (B. Kiefer)

Ob in Berlin, Köln oder Hamburg: in mehr als 49 Projektschulen setzen sich Schulen für mehr Akzeptanz und gegen eine häufige Homophobie und Trans*feindlichkeit im Bildungsbereich ein. Dabei ist das bundesweite Projekt ,,Schule der Vielfalt" sowohl ein Netzwerk von Projektschulen als auch ein Programm in der Aus- und Fortbildung. lm Workshop wird das Projekt vorgestellt und von den Erfahrungen im Ausbildungsbereich zu ,,Gender & Diversität" in NRW berichtet. lm Mittelpunkt sollen vor allen Dingen Tipps für den Start an der eigenen Schule stehen. So werden mit aktuellen Studien sowie mit anschaulichen Methoden zur Situation von LSBTIQ-Jugendlichen („Verliebt in Alex“, „Schritt nach vorn“) Argumentations- und Überzeugungshilfen vorgestellt. Damit demnächst auch München, Kassel und Leipzig dabei sind.

Apps und Tools für das digitale Lernen (P. Hanslik und B. Gutschmidt)

Im Workshop möchten wir am Beispiel möglichst einfach zu bedienender Tools und Apps zeigen, wie Lernen im Kontext der Digitalisierung in der Schule gelingen kann. Wir orientieren uns dabei am 4K-Modell, welches die Kompetenzen Heranwachsender im 21. Jahrhundert beschreibt: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und Kritisches Denken. Es werden erfolgreich im Unterricht erprobte Werkzeuge vorgestellt, die wir dann gemeinsam ausprobieren und im Sinne einer medienbildnerischen und unterrichtspraktischen Perspektive reflektieren wollen.  Es sind keine Vorkenntnisse erforderlich, ein eigener Laptop oder ein eigenes Tablet sind für das sofortige Ausprobieren sinnvoll.

Hausführung 2.0 (U. Höpfner und R. Schubert)

"Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Gegenwart verstehen und die Zukunft gestalten" (A. Bebel). Vier Jahrzehnte queere Geschichte der Akademie Waldschlösschen sind nicht zu denken ohne vier Jahrzehnte Pfingsttreffen schwuler Lehrer. Von den Anfangsjahren der Akademie sind nur noch wenige Zeitzeug*innen da. Das Wissen um die Geschichte des Hauses und seiner Aktivist*innen muss aufgeschrieben und dokumentiert werden damit es den zukünftigen Generationen zur Verfügung steht. Ein niedrigschwelliges Konzept einer ständig erweiterbaren, interaktiven Hausführung mit digitalen mobilen Endgeräten an einigen Infospots im Haus und auf dem Gelände der Akademie soll einen Anfang machen. Wir wollen das Projekt in diesem Workshop einfach anfangen und sind uns sicher: Wir werden einige spannende Entdeckungen machen...

Trans* aus erster Hand (T. Altrichter)

Immer besteht die Möglichkeit, dass sich eine/r eurer SuS als trans* outet. Da ich selbst ein Transmann bin, beantworte ich euch gerne alle Fragen. Egal ob diese persönlich, organisatorisch oder sonstige sind. Ich möchte keine Richtung vorgeben, sondern ihr entscheidet, was euch interessiert rund um das Thema Trans*.

Erste Hilfe: Was kann ich? Was darf ich? Was muss ich? (T. Stauner)

Erste Hilfe – Kennen wir alle noch aus dem Referendariat. Aber sind wir auch up-to-date? Vieles geht in den Jahren verloren, vieles ändert sich in den Jahren und nicht jeder besucht regelmäßig einen aktuellen Kurs. Hier soll es darum gehen, eine kurze Auffrischung zu geben, über Neuerungen zu informieren und brennende Fragen zu beantworten, auch was die rechtliche Lage angeht, was eine Lehrkraft tun darf, soll oder muss, wenn etwas passiert ist.

 

2. Gesellschaft/Geschichte

Soziale Wahrnehmung und Kognition: Wieso wir es nicht schaffen, Stereotype loszuwerden (M. Hackbart)

Die Welt ist komplex. Zu komplex um sie in allen Einzelheiten bewusst wahrzunehmen und zu verarbeiten. Deswegen hat der Mensch Mechanismen entwickelt, wie er mit der Komplexität der Welt schnell und einfach umgehen kann. Dazu gehört auch die schnelle Beurteilung von anderen Menschen und die Nutzung von Stereotypen und Vorurteilen. Diese halten sich sehr hartnäckig, was u. a. daran liegt, dass es eine Reihe von kognitiven Mechanismen gibt, die zur Aufrechterhaltung beitragen. Diese Mechanismen sind i. d. R. unbewusst und sollten – insbesondere im Umgang mit vulnerablen Gruppen – reflektiert werden. Im Workshop sollen mit nachgestellten psychologischen Experimenten Phänomene der sozialen Wahrnehmung und Kognition illustriert und reflektiert werden.

Religiöser Fundamentalismus und Homophobie (O. Bax)

Der religiöse Fundamentalismus stellt auch schwule und lesbische Lehrkräfte vor große Herausforderungen. Wir wollen uns Stellen im Koran und der Bibel, in denen es um Homosexualität geht, genauer anschauen. In welchem Kontext sind sie entstanden und wie wurden sie ursprünglich verstanden? Im Verlauf der Diskussion sollen kreative Unterrichtsideen und Lösungsvorschläge zum Thema vorgestellt werden. Dieses Angebot ist ein Anfängerseminar. Es richtet sich vorzugsweise an Lehrkräfte, die wenig theologische Kenntnisse haben.

Regenbogenfamilien: Kinder mit zwei Papas (T. Munz)

Als Vater von zwei Pflegekindern in einer Regenbogenfamilie werde ich zum einen die Möglichkeiten aufzeigen, auf welche Arten zwei Männer eine Familie gründen können und von persönlichen Erlebnissen berichten. Zum anderen werde ich für den Unterricht an Schulen relevante Überlegungen darlegen und anhand von einigen Literaturbeispielen Möglichkeiten aufzeigen, wie Kinder mit unkonventionellen Familienmodellen in Berührung kommen können. Dazu gibt es die Gelegenheit, in ausgewählten (Kinder-)Büchern zu schmökern…

Ludwig II. von Bayern und Max von Baden (J. Parzinger und T. Seiler)

Max von Baden (1867-1929) amtierte als letzter Kanzler des Kaiserreichs vom 3. Oktober bis 9. November 1918 und kann als einziger offensichtlich schwuler Kanzler der deutschen Geschichte gelten. Die kurze Regierungszeit Badens verlief aus damaliger Sicht wenig glücklich und war geprägt von einem chaotischen Übergang vom Kaiserreich zur Republik. Max von Baden taugt keinesfalls als historische Heldenfigur, seine Biographie ist jedoch höchst interessant: Sie zeigt einerseits den überraschend offenen Umgang der adeligen Elite des Kaiserreichs mit männlicher Homosexualität, anderseits aber auch die Angst vor Erpressung aufgrund der sexuellen Identität bei einer politischen Führungsfigur. Aus heutiger Sicht erscheint Max' kurze Regierungszeit weniger negativ: Immerhin war er beteiligt an der Gründung der ersten echten Demokratie in Deutschland und ermöglichte die friedliche Machtübergabe an Friedrich Ebert. Die Frage der Homosexualität des bayerischen Märchenkönigs wurde bereits zu seinen Lebzeiten gestellt, aber nie abschließend beantwortet. Eingefleischten Paradebayern steigt die Zornesröte ins Gesicht, wenn sie mit dem Thema konfrontiert werden, weil nicht sein kann, was nicht sein darf. In dem Workshop mit Vortrag, der mit vielen Bildern angereichert sein wird, wollen wir dem vermutlich heikelsten Aspekt von Ludwigs Persönlichkeit nachgehen und uns anhand von Indizien ein eigens Bild machen. Darüber hinaus soll auch der Mensch Ludwig von der Folie des entrückten Monarchen gelöst und näher betrachtet werden.

Freimaurer (J. Parzinger)

Der Freimaurerei, der nicht selten das Attribut „Geheimbund“ angehängt wird, obwohl sie sich selbst nur als verschwiegener Männerbund bezeichnet, wird seit ihrer Gründung vor mehr als 300 Jahren mit Verdächtigungen, Unterstellungen und Halbwahrheiten begegnet. Spätestens seit den Romanen von Dan Brown findet sich das Freimaurertum in das Bewusstsein einer breiteren Öffentlichkeit gerückt, wobei Browns Bücher nicht zur sachlichen Information über die Maurerei beigetragen haben. In dem Workshop, der aus einem einführenden Kurzvortrag mit Bildern besteht, gibt es ausreichend Gelegenheit, dem Referenten als Mitglied einer Freimaurerloge Fragen zu stellen und aus erster Hand zu erfahren, was Freimaurer sind, was sie machen, welche Ziele sie haben und wie sich das Logenleben gestaltet.

Literarisches Schwulett (A. Horschig)

Im Literarischen Schwulett werden dieses Mal (nachträglich) diskutiert: 
Sebastian Barry "Tage ohne Ende" (Steidl 2019/Taschenbuch 2020) 
Christoph Hein "Verwirrnis" (Suhrkamp 2018/Taschenbuch 2019) 
Mika Sophie Kühmel "Kintsugi" (Fischer 2019/Taschenbuch im Februar 2021) 
Und als Klassiker: James Baldwin "Zum Greifen nah" (rororo 1984/nur antiquarisch) 
Und wie immer tauschen wir sehr gern Anregungen und Leseerfahrungen aus.

 

3. Körper und Seele

Crossfit (A. Rey)

Dieser Workshop richtet sich an alle Sportbegeisterten und -interessierten, die nach dem intellektuellen Programm eine sportliche Abwechslung brauchen. Keine Maschinen notwendig - hier wird mit eigenem Körpergewicht trainiert. Für dieses Workshop braucht ihr Sportkleidung und -schuhe.

Yoga (G. Lindner und A. Lotz)

Du praktizierst regelmäßig Yoga und möchtest auch an diesem Wochenende nicht auf deine Yogastunde verzichten? Du hast noch nie Yoga praktiziert und möchtest in Yoga-Praktiken hineinschnuppern? Du möchtest im Laufe dieses Wochenendes auch etwas für Körper und Seele tun? Dann bist du bei uns genau richtig!

Entspannungsyoga: Gernot konzentriert sich mit statisch-meditativen Übungen vor allem auf den Einklang von Körper und Atmung: Anspannen – Entspannen – Ausspannen.

Power-Yoga: Alex bietet ein dynamisches und kräftigendes Yoga an, dass dich körperlich fordert und trotzdem meditativ erdet.

Massage (S. Schenk)

Tu dir und andern etwas Gutes. Eine kleine Massage-Auszeit, in der du ausruhen, loslassen und entspannen darfst. Und ja, tank auch etwas Energie. Nebenbei vermittle ich euch einige Massagetechniken und versuche, auf eure Wünsche einzugehen.

Theater (B. Gutschmidt)

Wie bereits in den letzten Jahren wollen wir auch dieses Mal mit Theater-Begeisterten ein kurzes Stück erproben, das mit viel Spaß an Improvisation und Teamgeist zur Aufführung kommen soll. Einige Vorschläge werden mitgebracht, natürlich kann jeder Teilnehmer auch eigene Ideen thematisieren.

 

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