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Bericht

Dokumentation der Workshops:

Die geplante Keynote des Bundestreffens "Medikalisierung von A_sexualität" von Annika Spahn (Universität Braunschweig) musste leider ausfallen. Als Alternativprogramm wurde ein Dokumentarfilm zum Thema Asexualität gezeigt. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Entwicklungen hinsichtlich des Selbstverständnisses und der Darstellung von asexuellen und aromantischen Menschen in den letzten Jahren rasant fortgeschritten sind und der Film daher in vielerlei Hinsicht bereits veraltet bzw. problematisch gewesen sei. Daneben wurden, angeregt durch den Film, weitere Fragen diskutiert: Ließe sich Intimität ohne Sexualität als ein freundschaftszentriertes Leben denken? Wo finde sich ein Platz für „A*“ in der queeren Community und inwiefern sei das bereits der Fall? Dabei wurde auch angemerkt, dass es nicht immer möglich sei, alle gleichermaßen zu repräsentieren. Auch wurde darüber gesprochen, ob Asexualität und Allosexualität (als allosexuell werden Personen bezeichnet, wenn sie grundsätzlich sexuelle Anziehung gegenüber anderen Menschen verspüren) nur als Gegensatz denkbar seien oder auch zusammen gedacht werden können.

Offen geblieben war die Frage, wie die Arbeit der Referate und Gruppen sich gestalten ließe, dass sich auch asexuelle und aromantische Menschen angesprochen und willkommen fühlen könnten.

Workshop-Phase I

WS: A-Spec Austausch mit Schwerpunkt Schlösschen und queere Referate

In diesem Workshop zum Thema „A-spec*“ (aromantisches und asexuelles Spektrum) wurde über Folgendes diskutiert: A-Spec* auf queeren Partys im Verhältnis zu Darkrooms und Sexpositivismus; Vorträge, Pride, Flagge zeigen auf dem Schlösschen; Austausch über Konzepte von A-spec* Leben (Sexarbeit, Poly, platonische Liebe, Fetisch/BDSM, Romantik, Medien); A-spec* und Tuntentum (Tradition, Normativität, Druck, Pflicht) und dessen Sichtbarkeit auf dem Schlösschen; Fälle von Intoleranz und Diskriminierung; Beziehungsformen (Relationship Anarchy, Squish, Platonische Beziehungen, Dritte Person in Paarbeziehung); eigene Befindlichkeit und persönlicher Austausch.

Als Anregungen für die Zukunft wurden angesprochen, sich auch weiterhin mit der Situation von A-spec* auf dem Schlösschen hinsichtlich Achtsamkeit, Thema und Präsenz beschäftigen sowie kommunale Gruppen, WGs, Aktionen in den Blick nehmen zu wollen.

WS: Handlungsmöglichkeiten zur Stärkung von queeren Jugendlichen und jungen Menschen

In diesem Workshop wurde ausgehend vom Problem fehlender Angebote für queere Jugendliche und junge Erwachsenen über die Situation derselben und über die Verbesserung von Unterstützungsangeboten gesprochen. So empfänden viele junge queere Menschen noch immer das Ende der Schulzeit als eine „Befreiung“ und als Beginn ihrer queeren Nachsozialisation, der für viele mit der Aufnahme eines Studiums zusammenfällt.

Der Workshop begann mit einem Überblick über aktuelle und wegweisende Studien, die in früheren Jahren zwar die sexuelle Orientierung beleuchtet hätten, aber nicht die Geschlechtsidentität. Dies habe sich erst mit den DJI-Studien „Coming out und dann?“ (2015) und „Queere Freizeit“ (2018) in Deutschland geändert. Problematisiert wurde im Workshop auch der Altersunterschied beim inneren und äußeren Coming-out, was auf die besonderen Herausforderungen junger queerer Menschen verweise. In einer praktischen Übung in Form eines Erfahrungsaustausches über die erste Liebe wurde dafür sensibilisiert, dass zwischen hetero- und nicht-heterosexuellen, trans- und cis-geschlechtlichen Menschen große Erfahrungsunterschiede bestünden, die sich etwa in der Angst vor Ablehnung niederschlagen würden und die sich mit dem Minderheiten-Stress-Modell wissenschaftlich darstellen ließen. Aktuelle Studien zeigten außerdem, dass bis heute viele junge queere Menschen von verbalen und körperlichen Übergriffen betroffen seien, die v.a. vom persönlichen Umfeld ausgingen. Dem stünde gegenüber, dass sich noch im Jahr 2016 lediglich 20 von 7177 Einrichtung für Jugendliche dezidiert an LSBTIQ richteten.

Als offene Fragen wurden angemerkt: Trans* Jugendarbeit als besonderer Bedarf und Mangel; Diskussion über das Verständnis von Queer-Referaten als Orten queerer Jugendarbeit; Forderungen formulieren nach positiven Beispielen in der Lehre/im Unterricht, effektiven Richtlinien, spezifischen Angeboten; Intersektionalität; Referatsarbeit: Jugendarbeit für Menschen, die Zugang zu Bildung haben und tendenziell älter sind, als besonderes Themenfeld.

WS: Demokratie erleben, Demokratisch handeln: Ein Workshop aus dem Betzavta-Programm

In diesem Workshop wurde mit dem Teilnehmer*innen eine Betzavta-Methode durchgeführt. Dabei ging es um folgende Fragen: Wie wird mit Regeln umgegangen? Wie kommt Zugehörigkeit zu Gruppen zustande? Wie kann man in Gruppen demokratisch handeln? Unterschiedliche Ressourcenverteilung und wie wird diese von den Personen wahrgenommen und wie beeinflusst sie ihre Handlungsmöglichkeiten?

In der abschließenden Diskussion wurde vertieft darüber gesprochen, wie Gruppenzugehörigkeit konstruiert wurde/wird und inwiefern Gruppenzugehörigkeit auch Un-/Freiheit bedeuten kann.

WS: Dokumentarfilm zum Thema Stonewall mit Diskussionsrunde

Gezeigt wurde eine Reportage, die folgende Themen aufgriff: Entwicklung der queeren Community; die Aufstände von Stonewall und die ersten Jahrzehnte danach; Berichte und Interviews von und mit Zeitzeug*innen; Diskriminierung, der sich queere Menschen von damals bis heute aussetzen mussten/ausgesetzt wurden; Kampf um Gleichberechtigung; Aids-Krise.

In der Filmdiskussion wurde zwei Themenstränge diskutiert: (1) die Aktualität der Themen, z.B. die Diskriminierung von BPoCs und Trans*-Personen, die besonders innerhalb der Community immer noch ein großes Problem sei, was teilweise auf sehr rückschrittlichen Ansichten beruhe; Bildung/Aufklärung in Bezug auf queere Themen in Schulen oder hetero-/cis-normativen Familien seien bis heute nicht ausreichend vorhanden und müssten durch Gruppen wie „Schlau“ ausgeglichen werden; historische Themen würden nicht aus queerer Perspektive beleuchtet und (2) Deutschland feiere als einziges Land außerhalb der USA den „Christopher Street Day“, obwohl es ein amerikanisches Phänomen sei, in anderen Ländern werde „Pride“ gefeiert; Jugendlichen sei der Zusammenhang zwischen CSD und den Stonewall Riots oft nicht mehr klar und die politische Wirkung des CSD in Deutschland sei u.a. durch Kommerzialisierung verloren gegangen.

Es wurde abschließend festgehalten, dass eine inklusivere Zusammenarbeit innerhalb der Community und keine Abspaltung kleinerer Gruppen wünschenswert seien; es bedürfe kreativerer Proteste, die die Empfänger*innen berührten; es brauche ein Bildungssystem, in dem auch queere Geschichte behandelt werde; politisch-kreativer Aktivismus solle wieder Teil von Events wie dem CSD werden.

WS: Sexismus und Homophobie im Fußball

In diesem Workshop diskutierten die Teilnehmer*innen am Beispiel der Frauen-Weltmeisterschaft über konkrete Fälle von Sexismus und Homo*- und Trans*-Feindlichkeit im Stadion.

WS: Self-Care vs. Community-Care: Lesekreis und Diskussion

In diesem Workshop wurde darüber diskutiert, dass Selbstfürsorge für marginalisierte Menschen mehr sei als Gesichtsmasken und Schaumbäder – gelebte Selbstliebe sei ein Akt des Widerstands. Dem gegenüber stelle sich aber die Frage, wie schaffen es zu schaffen sei, sich dabei nicht ins Privatleben zurückzuziehen. Die Teilnehmer*innen lasen zusammen Essays und Artikel zur Fürsorgearbeit, Self-Care und Community-Care in der queeren Szene, darüber wie Selbsthilfestrukturen im Zuge der Aids-Krise die Strukturen der heterosexuellen Kernfamilie ersetzten und überwinden konnten und darüber, wie die Binarität aus Selbst- und Community-Fürsorge aufgelöst werden könne. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass noch viel mehr Austausch zu diesem Thema gewünscht sei, um über eigene Erfahrungen zu sprechen und um Tipps auszutauschen, wie Self-Care und Community-Care ausbalanciert werden könnten.

Workshop-Phase II

WS: „3. Option“ im Alltag: §45b PStG

In diesem Workshop wurden die (rechtlichen) Grundlagen zur kürzlich eingeführten „3. Option“ (divers) aufgearbeitet. Nach einer kurzen Einführung in den rechtlichen Kontext des §45b PStG wurden folgende Aspekte diskutiert: das Prozedere des §45b hinsichtlich der Rolle der Standesämter und mögliche unterstützende Organisationen sowie allgemeine Informationen und Austausch; die Frage, ob das TSG via §45b zu umgehen sei, die Behauptung des BMI’s, dies sei illegal, sei nicht korrekt; Austausch über bisherige Reaktionen seitens der Standesämter und Ärzt*innen; Reaktion der Krankenkassen auf den Eintrag „divers“ und die daran anschließenden Frage nach der Kostenübernahmen von Operationen, wozu aktuell noch kein gesichertes Wissen bestehe; die Option des DGTI-Ergänzungsausweises; das Offenbarungsverbot im TSG sei in §45b nicht gegeben. Darüber hinaus wurde der Podcast des Deutschlandfunks „Wer Namen und Geschlecht anpassen kann“ als Einstieg empfohlen und eine Vertiefung des Themas hinsichtlich seiner (hochschul-)politischen Bedeutung angeregt.

WS: Grundlagen zu Social-Media im aktivistischen Kontext

Im Zentrum dieses Workshops stand die Verknüpfung zwischen klassischer Öffentlichkeitsarbeit und Social-Media. Dabei wurde die Bandbreite der Möglichkeiten von Social-Media aufgezeigt und gemeinsam erarbeitet, was auf welchem Kanal relevant sei und welcher Inhalt unbedingt transportiert werden müsse, also die Fragen nach Zeit, Ort und Zielsetzung. Außerdem wurde besprochen, wie sich die mediale Sichtbarkeit erhöhen ließe und welchen Nutzen die Einbindung des eigenen virtuelles Netzwerks habe und was im Umgang mit Reaktionen/Interreaktionen mit den User*innen im Netz zu beachten sei. Anhand verschiedener Beispiele konnte die Teilnehmer*innen ihre Fragen klären und auf ihre Zielgruppe angepasste Mitteilungen entwerfen.

Als offene Frage wurde festgehalten, in Zukunft Sponsored-Posts als bezahlte Werbung in den Blick zu nehmen.

WS: Wie unsere Zielgruppe erreichen: Spaßveranstaltung vs. Inhaltliche Arbeit?

Hochschulreferate und Hochschulgruppen stehen immer wieder vor der Frage, wie sie mit ihrer Zielgruppe in Kontakt treten können. In diesem Workshop tauschten sich die Teilnehmer*innen über gelungene Beispiele, aber auch Schwierigkeiten aus: die gemeinsame Ankündigung eines inhaltlichen Inputs mit daran anschließendem geselligen Zusammensein habe sich als erfolgreich herausgestellt; die Konzentration auf vermeintliche „Mainstream“-Filme/-Themen, um mehr Leute zu erreichen, könne dazu beitragen „Nischen“-Themen aus den Augen zu verlieren, die aber ein besonders interessiertes Publikum ansprechen; aktuell hohe Beliebtheit von Bondage-Workshops (im Rahmen einer Beschäftigung mit sexueller Gesundheit und sexueller Selbstbestimmung); Kooperationen mit nicht-kommerziellen Organisationen/Gruppen (z.B. örtliche Aidshilfe und Unikino) als Möglichkeit restriktive Auflagen seitens der universitären Strukturen zu umgehen.

WS: Finanz-Bürokratie als strukturelles Repressionsinstrument: Diskussionsrunde zu Handlungsmöglichkeiten

Dieser Workshop wurde angeboten, da es, wenn studentisches, insbesondere queeres, Engagement abgelehnt würde, das Phänomen gibt, dass finanzrechtliche Aspekte genutzt würden, um der Förderung queerer Angebote für die Studierendenschaft zusätzliche Hürden in den Weg zu legen. So würden diese von zumeist konservativer Seite teilweise direkt verboten, dem antragsstellenden Hochschulreferat das hochschulpolitische Mandat entzogen oder auch bürokratische Formalien dermaßen ausgereizt, bis Handlungsspielräume komplett eingeschränkt seien.

In diesem Workshop wurde außerdem darüber geredet, wie mit solchen Situationen umgangen werden könne bzw. wie sie sich umgehen ließen und welcher strukturellen Veränderungen es bedürfe, um solchen Repressionsinstrumenten die Grundlage zu entziehen. Als eine Möglichkeit wurde hier auf die Aufhebung der inhaltlichen Rechtfertigungspflicht vor StuPa und AStA hingewiesen.

Offen geblieben, aber gewünscht ist eine Vertiefung steuerrechtlicher Fragen und die Auseinandersetzung mit historischen Vorbildern von autonomen Referaten, bei denen Anträge nur noch finanzrechtlich stimmen müssten, die inhaltliche Ausgestaltung jedoch dem entsprechenden Referat obliege.

WS: Die Polittunte: Was an der Tunte ist politisch?

In diesem Workshop ging es um die Bedeutung der Figur der Tunte für die schwule und queere Emanzipation. Erst die Entschärfung des §175 StGB, der einvernehmlichen Sex zwischen Männern unter Strafe stellte, habe öffentlichen schwulenpolitischen Aktivismus ermöglicht. Im Zuge der daraufhin aufkeimenden Schwulenbewegung in Deutschland sei auch die Tunte als Akteurin in Erscheinung getreten und seitdem nicht mehr aus schwulen- und queer-politischen Zusammenhängen wegzudenken. Sie zeichne sich bis heute durch ihre selbstbewusste (Homo-)Sexualität und ihre politische Grundhaltung aus.

Für zukünftige Workshops wurde festgehalten, sich noch vertieft mit den Möglichkeiten und Grenzen tuntischer Bühnenauftritte und Performances zu beschäftigen sowie über das Verhältnis von Tuntentum und geschlechtliche Nichtbinarität bzw. Trans*-Geschlechtlichkeit zu diskutieren.

WS: Gesprächskreis zu Sexarbeit

In dieser Workshop-Einheit fand ein Austausch über Sexarbeit statt. Die Teilnehmer*innen beschäftigten sich sowohl mit persönlichen Erfahrungen, Beratungsmöglichkeiten für Studierende als auch mit den strukturellen Bedingungen von Sexarbeit in Deutschland. Darüber hinaus wurde auch über Möglichkeiten von Safer-Sex, HIV-PreP, und HIV-PEP gesprochen.

Workshop-Phase III

WS: Kritische Männlichkeit und Austausch/Safe-Space für männliche* Personen

Dieser Workshop diente der kritischen Reflexion von Männlichkeit für männliche* Personen. Diskutierte Themen im Workshop waren: Alkoholkonsum und dessen Auswirkungen, z.B. in Form verstärkter Effekte männlicher* Dominanz; Ablehnung von Tuntigkeit vs. Empowermentstrategie; Gegensätze leben und zeigen; Männliche Privilegien und männlich geprägte Räume; garstige, schrille, laute Tuntigkeit als eine Form von Freiheit, aber mit Offenheit und Aufmerksamkeit gegenüber anderen; Vielfalt/Entfaltung der Einzelperson und nicht einer Gruppe in den Mittelpunkt stellen; Reduktion auf Körperlichkeit einerseits, aber Ablehnung von „heteroliker“ Selbstdarstellung und kritische Haltung gegenüber Schönheitsbegriffen andererseits; positive Bestärkung von Care-Arbeit/ Fürsorge für „Randgruppen“; Wahrnehmen bestimmter Verhaltensweisen wie Reinrufen, Dazwischenreden und Strategien, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Die Teilnehmer*innen wünschten sich für weitere Workshops eine Vertiefung folgender Aspekte: Vermittlung von Tuntentum; Freiraum und Sicherheit für „alle“; Selbstreflektion aktiv und kritisch erleben, mit Respekt vor Schutzräumen; Redeanteile und Anteile generell.

WS: Umstrukturierung von Referaten/Gruppen in Richtung „Queer“

In diesem Workshop ging es um die zunehmende Neuausrichtung von schwulen und lesbisch-schwulen Referaten und Gruppen hin zu Queer-Referaten bzw. queeren Gruppen. Die Ausgangsfrage war, dass sich zwar viele Studierende heute nicht mehr von reinen Schwulen- und Lesben-Referaten angesprochen fühlten, aber was eine Umstrukturierung zum Queer-Referat mit all seinen Konsequenzen bedeuten würde. Dabei wurde Folgendes diskutiert: Könnte an einer Uni die Zusammenlegung von mehreren Zielgruppenreferaten möglicherweise nur aus Finanzgründen und vor allem von außen erwünscht sein? Eventuelle Probleme bei der Zusammenarbeit (im Falle einer Fusion); Ausrichtung nach Fusion, z.B. queer-feministisch, welcher Anteil überwiegt am Ende? Verwaltungsaufwand; Gewährleistung der Wiedererkennbarkeit (z.B. durch Änderung des Logos) und Bedeutung einer effektiven Kommunikation der Neuausrichtung; Neuentfachung von Engagement; vergrößerte Zielgruppe; Hoffnung auf besseren Fortbestand der Gruppe (mehr Leute verfügbar); Sichtbarkeit könnte erhöht werden.

WS: Veganes Backen und die Vorteile von unverarbeiteten Lebensmitteln

Da es ein zunehmend größeres Bewusstsein – gerade auch unter Studierenden – für gesunde und vegane Ernährung gibt, wurde dieser Workshop veranstaltet.

Am Anfang dieses Workshops stand ein kurzer Input über die Grundlagen gesunder Ernährung. Erörtert wurden die Vorteile der Nutzung von unverarbeiteten Lebensmitteln, die Vermeidung von Zucker, stark verarbeiteten Produkten und industriell verarbeiteten trans-Fettsäuren. Kurz vorgestellt wurden die Vorteile der Verwendung von Obst, Gemüse, Nüssen, Hülsenfrüchten, Cerealien in unverarbeiteter Form sowie die Verwendung von Ölen mit mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Ausprobiert wurden ein Rezept für veganen Apfelkuchen sowie ein Rezept für ein schnell einfach selbst gebackenes Dinkelvollkornbrot.

WS: Schreib und Bastelwerkstatt Queer Zines

Dieser Workshop bot den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, mit Hilfe von Queer Zines ihren sozialen und politischen Anliegen in kreativer Form zu mehr Sichtbarkeit zu verhelfen. Zu Beginn des Workshops ging es in einer Materialsichtung um die Frage: Was ist ein Zine? Häufig anzutreffen seien sie in linken Bewegungen, wo sie der Aufarbeitung individueller und kollektiver Erfahrungen, z.T. auch als Ergebnisse aus Recherchen, dienen würden. Oft bestünden Zines aus Collagen, erschienen im Selbstverlag, würden selbst kopiert und verteilt.

Nach der Einführung gestalteten die Teilnehmer*innen des Workshops ein 8-seitiges Zine in Kleingruppen oder auch allein. Dafür konnten sie Material aus Zeitungen, Zeitschriften, dem Internet, Katalogen, Pamphleten oder von Stickern nutzen. Themen der so erstellten Zines waren u.a.: Nichtbinarität, Ernährung, Queer Monuments, Coming-of-Age und queere Identität.

WS: Trans*gerechte Hochschule

Nachdem es in einem ersten Workshop in der zweiten Workshop-Phase noch um den §45b PStG im Allgemeinen ging, wurde in diesem Workshop explizit danach gefragt, wie die aktuelle Umsetzung an den Hochschulen läufe. Nach eine Input von Studierender der Universität Köln, die berichteten, dass dort eine Namensänderung und Änderung des Geschlechtseintrags mit dem DGTI-Ausweis möglich sein und damit auch ohne gesetzliche Personenstandsänderung, wurde noch darauf hingewiesen, dass die AG trans*emanzipatorische Hochschulpolitik sowie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hilfreiche Kontaktstellen für etwaige Forderungen an den eigenen Hochschulen sein können. Eine entsprechende Info-Broschüren ließe sich bei der DGTI bzw. dem Bundesverband Trans* anfordern. Des Weiteren wurden folgende Themen behandelt: Wie lassen sich Menschen in Verwaltung und Universitätsleitung motivieren, sich für Trans*-Themen zu sensibilisieren? Fachschaften sollten darauf aufmerksam gemacht werden, dass, wenn TIN-Studierende (trans*, inter*, nichtbinär) nicht zu Orientierungsveranstaltungen kämen, ein signifikanter Prozentsatz der Studierenden fehlen würde; es könne eine Strategie sein, sich Einzelpersonen („allies“) in der Verwaltung zu suchen, die sensibilisiert werden könnten, wenn eine Hochschule von insgesamt besonders konservativen Strukturen geprägt sei; im IT-Bereich seien teilweise schon geschlechtergerechte Ansprache zu finden; Diskussionspunkt, ob Unisex-Toiletten, FLTI-Toiletten oder Toiletten für alle angestrebt würden, mit Verweis auf das „Trilemma der Inklusion“ (Mai-Anh Boger).

Als weiterführende Fragen wurden festgehalten: Trans* Inklusion in der Lehre und Uniorganisation; Baurecht auf Landesebene als Herausforderung für Unisextoiletten; Professionelle Beratungsstellen vs. (unbezahlte) Peer-to-Peer-Arbeit.

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