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Fragen zu unserer Spendenkampagne -- FAQs zu #AWSmussbleiben!

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Uns haben weitere Fragen erreicht, dafür sind wir dankbar, denn uns liegt sehr viel daran, transparent zu sein.

 

  1. Das Waldschlösschen ist doch eine Stiftung. Verfügt die nicht über eigenes Vermögen?
    In der Tat ist die Akademie eine rechtsfähige gemeinnützige Stiftung. Diese Stiftung verfügt über kein Kapitalvermögen und damit auch über keine Kapitalerträge. Sie ist von Ulli Klaum und Rainer Marbach 2003 gegründet worden, die die in ihrem Privatbesitz befindlichen Immobilien der bereits 1981 von ihnen gegründeten Bildungsstätte in diese Stiftung als Schenkung eingebracht haben. Darin besteht bisher das einzige Vermögen der Stiftung. Satzungsgemäßer Zweck dieser Stiftung ist die Trägerschaft der Bildungsstätte mit dem zentralen Inhalt Förderung von Bildungsarbeit im queeren Bereich.

    2. Wenn das Haus doch geschlossen ist, warum entstehen dann dennoch monatlich so hohe Kosten, man muss doch bloß die Leute in Kurzarbeit schicken und die Heizung abdrehen?
    Das Haus arbeitet in diesem Jahr mit einem Gesamthaushalt von rund 2.000.000,00 €. Davon werden die 31 Mitarbeiter*innen in den Bereichen Pädagogik, Verwaltung und des „Hotel-Bereiches“  sowie alle Kosten für Seminare, Dozent*innen, Erhaltung der Gebäude und Fixkosten finanziert. Zur Veranschaulichung des Umfangs: im Haus finden jährlich ca. 250 Seminare mit rund 6.500 Teilnehmenden und 14.500 Übernachtungen statt.

    Fest gefördert wird die staatlich anerkannte Einrichtung aus dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst mit jährlich 336.000,00 €. Hinzu treten Personalmittel im Umfang von rund 225.000,00 € für die Projekte Kompetenznetzwerk zum Abbau von Homosexuellen- und Transfeindlichkeit im Bundesprogramm „Demokratie leben!“ des BMFSFJ, das wir mit dem LSVD, Intersexuelle Menschen e.V. – Bundesverband und dem Bundesverband Trans*bilden, unser Modellprojekt „Разнообразие heißt Vielfalt“ der Bundeszentrale für politische Bildung und einer Jugendbildungsreferent*innenstelle über den Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten (AdB), unseren Dachverband auf Bundesebene.

    Alle anderen Kosten müssen aus den Einnahmen des Seminarbetriebes aufgebracht werden (d.h. im „Normalbetrieb“ monatlich rund 112.000,00 €). Seit dem 16.3. fallen diese Einnahmen von einem Tag auf den anderen weg. Für die Aufbringung der Kosten für die zweite Hälfte März, also v.a. für das Personal, reichte unsere Liquidität noch aus. In dieser Zeit haben wir einen „Notbetriebsplan“ erarbeitet, dessen unumgängliche Minimalkosten monatlich 37.000,00 € betragen. Wir können ja nicht einfach aufhören zu existieren. Der größte Teil des Personals befindet sich seit heute in Kurzarbeit, oberstes Ziel ist für uns der Erhalt der Arbeitsplätze.

    Und noch eine Anmerkung: viele von Euch besuchen Seminare, für die nur relativ geringe Teilnahmegebühren entstehen. Das hängt damit zusammen, dass wir in großem Umfang Projektförderung für einzelne Veranstaltungen akquirieren. Es ist wichtig zu wissen, dass bei Ausfall von Veranstaltungen nicht nur die Teilnahmebeiträge sondern vor allem auch diese weit höhere seminarbezogene Projektförderung wegfällt. Das eben bedeutet kompletten Wegfall der Einnahmen.

    Wir bedanken uns für Eure Fragen. Bitte habt Verständnis, wenn wir sie wegen des enormen Arbeitsanfalls nicht alle einzeln und sofort beantworten.

    Bis zum nächsten Mal
    Euer Rainer Marbach

 

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Danke für Eure uns überwältigende Unterstützung, die uns über die nächsten Wochen retten wird – da sind wir zuversichtlich. Wir erleben, dass die Community in der Not zusammensteht, das gibt uns Mut!

 

Aufgrund einiger Anfragen möchte ich noch einige Erläuterungen zu einzelnen Spendenbedarfen geben. Es wurde gefragt, warum wir nicht die Beheizung der ungenutzten Gebäude abstellen können. Dann würden bei Nachttemperaturen von zur Zeit minus 8 Grad die Leitungen einfrieren, platzen und die Gebäude schwer beschädigen. Zwei andere Beispiele: Kosten für Versicherungen können wir nicht aussetzen, weil sie fast alle entweder gesetzlich vorgeschrieben oder von öffentlichen Zuwendungsgebern als Absicherung verlangt werden. Auch Beiträge für Mitgliedschaften können gesetzlich oder vertraglich nicht unterbrochen werden – sie sind für uns auch von enormer Bedeutung für die Unterstützung gegenüber Politik und anderen Partner*innen sowie Informationsaustausch und andere Dienstleistungen.

Schreibt Euch Rainer Marbach, Vorstand Stiftung Akademie Waldschlösschen

 

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